
Visualisierung Protected Bike Lanes in Berlin © SenUVK/Visualisierung Bloomimages
ADFC zum Verkehrssicherheitsbericht 2025
ADFC zum Verkehrssicherheitsbericht 2025: Vermeidung von Unfällen gelingt nur mit Modernisierung der Infrastruktur!
Zu dem am Mittwoch von Innenministerin Finke vorgestellten Verkehrssicherheitsbericht für das Jahr 2025 sagt Jan Voß, Landesgeschäftsführer des ADFC Schleswig-Holstein e.V.: „Wie jedes Jahr müssen wir zu viele Tote und Schwerverletzte im Straßenverkehr beklagen. Weiterhin bleibt die Zahl der verunfallten Radfahrenden auf erschreckend hohem Niveau, ohne dass daraus wirksame Konsequenzen gezogen werden. Die Ministerien für Verkehr und Inneres setzen weiter auf die Bekämpfung der Symptome durch Appelle zum Helmtragen und der Umsicht im Straßenverkehr. Der aktuelle Bericht zeigt dabei jedoch erneut, dass diese ohne eine Anpassung der Verkehrsinfrastruktur an moderne Mobilität wirkungslos bleiben!“
Unfallbekämpfung: Infrastruktur fehlerverzeihend umbauen
Radwege müssen aus Sicht des ADFC mehr Sicherheit bieten als bisher. Das bedeutet, dass Radfahrende überall, wo es möglich ist, getrennt vom Autoverkehr geführt werden müssen oder Tempo 30 eingerichtet werden sollte. Kreuzungen müssen so umgebaut werden, dass Radfahrende nicht mehr „übersehen“ werden können. Zudem ist die Verkehrsführung heute an vielen Stellen für Radfahrende uneindeutig und unübersichtlich. „Radwege müssen selbsterklärend und Fehler verzeihend sein“, kritisiert Jan Voß.
Der ADFC beruft sich dabei auch auf eine Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV), die Ursachen für Radverkehrsunfälle untersucht und Empfehlung für sog. „fehlerverzeihende“ Infrastruktur ausgesprochen hat. ADFC-Vertreter Voß verweist auf die Unfall-Expert*innen, die in ihrem Bericht eindeutig darstellen: „Der Radverkehr muss so geführt werden, dass Radfahrende stets klar erkennen können, wo Befahrbarkeit gegeben ist und wo nicht. Dies gilt vor allem für die Übergangsstellen zwischen Fahrbahn und Seitenraum und das Linksabbiegen an Knotenpunkten.“
Verkehrs- und Innenministerium seien nun gefordert, diese Expertise aufzugreifen und einen konsequenten Aus- und Umbau der Verkehrsinfrastruktur im ganzen Land voranzutreiben.
Methodik des Verkehrssicherheitsberichts klammert wichtige Indikatoren aus
Kritik äußert der ADFC an den dargestellten Zahlen des Innenministeriums. Im Verkehrssicherheitsbericht würden lediglich die sog. „Unfallursachen“ aufgeschlüsselt, eine Darstellung aller Unfallbeteiligten und besonders der Unfallverursacher lässt sich aus den Zahlen nicht ablesen. Voß führt dazu aus: „Ohne Kenntnis der Unfallvorgänge und Nennung der beteiligten Verkehrsteilnehmer kann keine fundierte Analyse und Maßnahmenanpassung erfolgen. Hier muss das Innenministerium endlich nacharbeiten.“ Voß verweist dabei auf die Polizeidirektion Kiel, die in ihren Auswertungen entsprechende Faktoren und Beteiligte ausweisen und die Entwicklung in ihre Auswertung aufnehmen.